Die verpasste Chance der "Einkaufsstadt mit Herz" Schwerte - grün und lebendig

Schwerte ist eine kleine, verträumte Stadt, die an Dortmund anschließt und das Sauerland mit dem Ruhrgebiet verbindet. Einmal im Jahr gibt es die italienische Nacht mit Pizza, Nudeln und Rotwein - das ist neben dem alljährlichen Schützenfest die Attraktion die Schwerte bietet.

Ansonsten macht Schwerte dem Stadtslogan tatsächlich alle Ehre- es ist grün und lebendig. Insbesondere Sonntags an der Ruhr, wo man immer gelangweilte Gesichter sieht, die dem lebendigen Fluß der Ruhr zuschauen, wenn sie zwischen Bäume und Felder spazieren gehen.

Zum Shoppen fahren die Einwohner Schwertes direkt nach Dortmund, worüber Schwertes Stadtspitze sehr verärgert ist...

Stelle ich mir vor, ich müßte solch eine Stadt verwalten, wäre ich für eine Attraktion für die Stadt und das Umfeld sehr gelegen.......

Da 

Seit Ende September 1997 wurde von Seiten der Stadt Schwerte öffentlich verkündet, dem Verein Schwerter MuseumsStraßenbahn "zu helfen". 

Nutzlose Gutachten und Berge von Papier wurden gefordert, um dem Nachbarn leichter zu machen, dass Gelände zu erwerben!

Am 8.Mai 1999 hatte die Baubeamtenschaft der Stadt Schwerte den großen Auftritt: Das beabsichtigte Verzehren einer Suppe ist eine verbotene Museumstätigkeit! Siegel zierten die Halle, bis im September 99 das Verwaltungsgericht dem Schwachsinn ein Ende bereitet hat. Mit dem Besitzverhältnissen der Halle wurde die Stadt wieder Aktiv! Siegel für Recht und (Un)ordnung!

Kommentar zum Foto oben: 

Frau Ulrike Schulte - Mitarbeiterin im gehobenen Beamtendienst bei der Stadt Schwerte bei ihrer lieblingsbeschäftigung. Im treuem Beamtenglauben an Recht und Ordnung glaubte diese Person ernsthaft, das sie mit einem Blatt Papier und einer Rolle Paketband dafür sorgen kann, das den Fahrzeugen und dem Baudenkmal kein Schaden zugefügt werden kann.......

In verschiedenen Aktionen machte die SMS auf das bevorstehende Ende aufmerksam. Das ein Blatt Papier und eine Rolle Paketband  nicht dafür geeignet ist, ein altes Industriegelände zu bewachen war eigentlich jedem klar,- nur die städtischen Beamtschaft nicht 

Der Verein bat alle wahren Straßenbahnfreunde um Unterstützung. Leider blieben die Bitten ungehört und das Todesurteil für die Bahnen wurde ausgesprochen!

Ein fähiger Anwalt, der nicht von der Stadt abhängig war, hätte für Recht und Ordnung sorgen können.....

Prognose des Vereinsvorsitzenden seit 1998 im Web:

"So werden auch die Schwerter Straßenbahnen enden, wenn sich die Straßenbahnfans außerhalb der SMS nicht mit uns für den Erhalt des Museums einstetzen!" Das Ende ist leider wie vorausgesehen eingetroffen,- zu gering war das Öffentliche Interesse!

SMS Historie:

1996: Die Bürgermeisterin begrüßte den Plan, OHNE STÄDTISCHE FINANZIELLE HILFE zu beanspruchen ein Straßenbahnmuseum in Schwerte aufbauen zu wollen. Das Konzept sah vor, den Besuchern zunächst ein Museum im entstehen zu präsentieren. Ziel des Museums war ein kleiner Familienpark für das Wochenende und eine Ausbildungs- und Fortbildungswerkstätte in denkmalgeschützten Gebäuden innerhalb der Woche zu betreiben. Ferner sollte durch die Museumsbahn die auf der anderen Seite des ehemaligen Eisenbahn Ausbesserungswerk gelegene KZ- Gedenkstätte aufgewertet werden und eine Halle für Veranstaltungen für bis zu 750 Besucher geschaffen werden.

Das Gelände war noch von der DB AG gemietet und sollte 1997 für 250.000,-- DM gekauft werden.

1997: Der Plan ging auf! Die Halle wurde als Eventhalle für Oberstufenpartys entdeckt. Die Sanierung der Halle hätte durch solche Partys innerhalb von drei Jahren mit ABM Kräften saniert werden können um später das Geld für die Sanierung der geplanten Werkstatt einzuspielen.

Ferner konnte die Fahrzeugsammlung beträchtlich ausgeweitet werden.

Es meldete sich die Eisenbahn- Immobilienmanagement - das Gelände sei nicht Eigentum der DB AG!

1998: Der neue Nachbar, Rechtsanwalt und Grundstücksspekulant Perplies fand Interesse an dem Gelände und machte, nachdem der friedliche Übernahmeversuch gescheitert ist Druck.

Gegen Zahlung von 50.000,-- DM Kaution wurde der Mietvertrag verlängert.

Die Stadt Schwerte fordert einen Bauantrag mit allem drum und dran. Von der unbürokratischen Hilfe war keine Rede mehr.

1999: Die Eisenbahn- Immobilienmanagement kündigte in Absprache der Stadt Schwerte den Mietvertrag.  

Die Stadt Schwerte verbietet den Vereinsmitgliedern den Zutritt zur Halle. Das Verwaltungsgericht hob die Entscheidung auf. 

Der angehende Rechtsanwalt Jens Petersmann (heute Mooskamp Museum) sagte dem Verein Unterstützung zu. Wahrscheinlich ohne es zu wollen, hat er den Verein die letzte Waffe entzogen: Die Presse! Petersmann glaubte an Recht und Ordnung und vertraute den Politikern. Er unterwarf sich der Stadt Schwerte und ruinierte die Glaubwürdigkeit des Vereins.

Der Rausschmiß von Petersmann und seinem inzwischen neu gegründeten Verein hat zu keinem Ergebnis geführt.

2000: Die Stadt und EisenbahnImmobilien Management GmbH schießen nun gemeinsam scharf!

Der Verein wehrt sich - zwangsläufig ohne juristische Begleitung - durch Hilferufe und Anträge. So laufen gegen den Zwangsräumungstermin (beantragt zum 10.02.):

* Eine Bitte an die EIM um Fristverlängerung wurde ignoriert

* Eine Hilferuf an das Bundes-Verkehrsministerium wurde abgewiesen mit der Bgründung, die Stadt könne den Planungsinteressen nicht nachkommen........

* Ein Hilferuf an die NRW-Kulturminsisterin wird zurückgewiesen, weil Stadt und die EIM selber entscheiden dürfen und ein Kaufinteressent Druck macht...

* Eine (inzw. zugelassene) Klage gegen die Stadt beim VG ist nun hinfällig!

* Je eine Eingabe wegen Bestandschutz und Räumungsschutz vor dem AG - letztere wurde am 9.2. abgwiesen, weil "der Schuldnerin durch eine Zwangsräumung kein Schaden entsteht..."

Andere Antworten liegen noch nicht vor! 

Am 10. Februar 2000 fand der erste Teil der Zwangsräumung statt. Das Mietverhältnis ist nun beendet! Nun werden die Wagen gemäß der gesetzlichen Bestimmungen "aufbewahrt", bis sie von uns abgeholt werden - längstens aber bis zum 10. April 2000 ist uns diese Möglichkeit geboten!

Anschließend findet die Zwangsvollstreckung statt!

Alle Wagen, die wir nicht vorher abholen können (weil keine Grundstücke zur Verfügung stehen) und alle Wagen, die nicht versteigert werden können, werden dann verschrottet!

Gespräche mit dem neuen Bürgermeister von Schwerte sind schon kurz nach seinem Amtsantritt geführt worden. Der Rat der Stadt (Stammtisch der Bierbäuche) hat getagt und zum Thema SMS abgestimmt. Hier ein Auszug aus der Pressemeldung:

.. als Tagesordnungspunkt 38 entschied der Rat der Stadt Schwerte am Abend des 15.12.99, dem Betreiberverein Schwerter MuseumsStraßenbahn e.V. von Seiten der Stadt her keine Hilfe oder jegliche Unterstützung gewährt wird. Seit 1996 wartet der Verein auf eine Entscheidung des Rates. Erst vier Bürgeranträge, über 1.100 Unterschriften und wohlmöglich die neuen Mehrheitsverhältnisse ermöglichten einen Ratsbeschluß. Nur einem Antragsteller wurde Rederecht eingeräumt. Jörg Weiß machte den Rat auf die möglichen Konsequenzen, die Vernichtung deutschen Kulturgutes aufmerksam, wenn man dem Verein nicht einen realistischen Zeitraum zur Möglichkeit eines Umzuges einräumt. Herr Kluge, Beigeordneter Baudezernent der Stadt Schwerte sagte zum Thema MuseumsStraßenbahn, daß von Seiten der Stadtverwaltung alles nur mögliche versucht wurde, das Museum zu etablieren. Die damalige Bürgermeisterin, der Kreisabgeornete und Emi Beck vom Landschaftsverband hätten alle nur denkbaren Hebel in Bewegung gesetzt, der Verein hingegen hätte nichteinmal ansatzweise dazu beigetragen, einen ordentlichen Bauantrag einzureichen! Leider hatte der Verein nicht die Möglichkeit eingeräumt bekommen, vor der Abstimmung die Halbwahrheiten des Herrn Kluge zu wiederlegen. Tatsächlich hat es zwar die genannten Gespräche gegeben, aber weder die Bürgermeisterin noch die anderen Anwesenden haben sich an ihre Versprechungen gehalten. Wir hingegen haben, wie gefordert, einen "formlosen" Bauantrag eingereicht! Dieser wurde abgelehnt, er war der Verwaltung nicht professionell genug! Die geforderte Ausgabe sollte 30.000,-- DM kosten. Das Geld konnte nicht sofort aufgetrieben werden, so daß der "richtige" Bauantrag erst am 18. Mai 1999 eingereicht werden konnte. (Nun sollte erst das Gelände gekauft werden....) Dazu forderte unser (reicher) Nachbar unser Gelände, um sein Gewerbegebiet zu erweitern. Als sämtliche Schikanen unseres Nachbarn uns gegenüber (Aufstellen von Containern auf unserer Zufahrt....) nicht zur (von ihm) gewünschten Aufgabe des Projektes führten, wendete sich der Nachbar an den Regierungspräsidenten. Der Stadt wurde vorgeworfen, ein "illegales Treiben" zu unterstützen. Danach ging es um Erschließungskosten, die die Stadt nicht finanzieren konnte und um einen Kredit unseres Nachbarn an die Stadt Schwerte......

Wir werden seit dem von der Stadtverwaltung "getreten" und auch die Verwalterin des (Bundes-)Geländes kündigte uns, erhöhte die Miete und die Kaution und kündigte uns zwei Wochen nach Hinterlegung von 50.000,-- DM Kaution wieder. Parallel dazu wurde unser Betrieb per Ordnungsverf\'fcgung der Stadt beeinträchtigt, so daß wir in die finanzielle Pleite getrieben werden sollten. Daß wir der Stadt beim Ferienspaß 1997 geholfen haben, unzählige Gäste der Stadt mit den Bahnen kutschiert haben, Kindergärten und Schulklassen eingeladen haben, ist kein Thema - das war nie so! Wir können durch den vergangenen Schriftverkehr und an Hand von Zeitungsartikeln und Zeugen beweisen, daß alles das, was wir hier aufführen, der Wahrheit entspricht! Die Stadtratsitzung von gestern war durch Halbwahrheiten des Baudezernenten beeinflußt! 25 historische Straßenbahnen, die zwischen 30 und 101 Jahre alt sind, die meisten funktionsfähige Unikate- müssen nun damit rechnen, vernichtet zu werden! Geldgierde und Mißachtung ehrenamtlichen Enthausiasmusses siegten i n Schwerte! Den Leuten, die 3/4 ihres Lebens mit den Bahnen beschäftigt waren, um sie wieder herzurichten, Leute die ihr Geld und ihre Familie für das "Lebenswerk" geopfert haben, sollen nun mit ansehen, wie alles vernichtet wird anstatt eine Chance zu bekommen, in einer "neutralen" Stadt einen Neuanfang zu machen! Der zerbröselte Verein gibt nicht auf und ersucht das deutsche Volk um Hilfe! Wir werden dem Bundespräsidenten bei passender Zeit alle unsere Unterlagen zur Verfügung stellen und auch ihm um Hilfe bitten, damit wir Zeit dazu haben, ein alternatives Gelände zu finden. Das derzeitige Gelände gehört schließlich der Bundesrepublik Deutschland!

Mit der Stadt Dortmund standen wir wegen einer Alternative in Verhandlung................. 

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